Holzbahn: Umbau der 2-4-4-T Mason Bogie Dampflok

 

Diese Lokomotive habe ich im Jahr 2000 als erstes Fahrzeug für meine neuentwickelte Holzbahn Spur 80 gebaut. Sie bestand aus fünf Lokomotiven, zwei davon mit Antrieb. Akku und Fernsteuerung.

 

Hier das Original aus dem Jahr 2000.

Einige Jahre später erfolgte der erste Umbau mit der typischen Mason Walschaerts-Steuerung mit über dem Kessel liegender Steuerwelle.

Jetzt, nach 17 Jahren Vitrine baue ich sie nun total um! Sie wird nun zu einem richtigen Modell mit allen Details. 

Die Mason Bogie Pläne von David Fletcher sind eine grosse Hilfe. Übertragen der Nietenlöcher mit der Ahle. Ich passte die Grösse an.

Hunderte von Nieten müssen gedreht werden! Hier seht ihr den Massstab für die kleinsten. Dies bedingt auch die Herstellung eines feinen Drehstahls.

Demontierter „Holz“-Schrott……

Das Fahrgestell im Original. Auch hier muss ich an einen fast Neubau denken…..

 Der bärenstarke Antrieb mit 12Volt Navymotor. 

 

Eine zweistufige Rollkettenraduntersetzung 1:9 mit Federspannung und zwei separaten Ketten je auf eine Achse sorgt für eine äusserst stabile und langlebige Übertragung. Das Rollenkettensystem von Conrad hat sich bei meinen andern Fahrzeugen super bewährt. Zahnradgetriebe sind viel weniger Ideal.

Das Schmalspur Drehgestell einer frühen Schwanenhalsbauart. Die Tragkraft von so dünnen Holzprofilen ist unglaublich. Ich habe das Drehgestell mit 10 Kilogramm belastet! Die Achsen laufen in Kugellagern. Sie sind in Nuten geführt und über einen kleinen Stützblock mit Federn im Rahmen abgestützt.

 

Selbst das Bremsgestänge samt Schuhen hat noch neben dem Antrieb Platz!

Hier sieht man gut den alten Originalrahmen der praktisch neu verkleidet wird.

Damit das Drehgestell problemlos gewartet werden kann muss man nur zwei Schrauben lösen. Dann kann man das Rahmenende herausziehen. Zwei weitere Schrauben lösen und das Drehgestell samt Motor ist frei! So kann ich den feinen Unterbodenrahmen bis zum Drehgestell bauen.

 

Die Feuerbüchse ist fast Original Mason Bogie.

 

Die Feuerbüchse mit 200 gedrechselten Nieten ist fertig…….

l

Original

Eine Studie um die Verhältnisse des Umbaus grob zu überprüfen da ich fast gänzlich auf eigene zu zeichnende Pläne verzichte… Das Führerhaus wird niedriger. Der Tank zwei Zentimeter länger und drei Zentimeter höher. Das Drehgestell wird etwas nach hinten verschoben. 

        

Hier sieht man gut wie ich die Fensteröffnungen herausgeschnitten habe um danach feine Fenster Einsetzen zu können. Zum Glück lässt sich Lindenholz mit einem scharfen Messer bearbeiten….

 

Der profan verschraubte “Dachhimmel” bekommt eine “Vertäfelung. 

Immer wieder gilt es, vorsichtig mit Sägeblatt und Messer störende Profile zu entfernen.

Die Verfeinerung beginnt zu wirken….. 

Da Mason Bogies bei Vorortsbahnen am Streckenende oft nicht gewendet wurden habe ich den “Tendertank” abgeschrägt. Für die bessere Sicht.

Elbeerenholz (wächst im Jura) Aus roh gesägten Klotzbrett aus dem Holzhandel habe ich diese dünnen Platten selber hergestellt. 

Mit einem Anschlag oben und 5 Minuten-Epoxiharz werden sie nach dem genauen einpassen flächig aufgeklebt.

 

Der Tank ist mit allen Nietlöchern versehen.

Der hohe, jedoch schmale Kohlenbehälter und der Wassereinfüllschacht sind ebenfalls eingepasst.

Weitere dreihundert Nieten sind gesetzt… Als erstes Detail habe den Einfülldeckel für das Speisewasser gebaut. 

Da das 1,2 mm dicke Fensterglas herausnehmbar sein muss heisst es mit feinen Leisten und viel Geduld die Fensterrahmen zu gestalten…..

Schiebefenster und Innenrahmen.

Doch um einiges feiner gegenüber dem Original…..

Zwei Schrauben lösen, dann kann man die Innenrahmen entfernen. Das Glas ist frei.

Die Türen sind eingesetzt.

Mal so draufgesetzt….

Das Führerhaus hat eine Leinölfirnis bekommen.

Alle abnehmbaren inneren Fensterrahmen. Damit können sämtliche Scheiben herausgenommen und geputzt werden….

Der Rangierpilot mit dem Stehbrett entsteht. 

Das herausnehmbare Heck und die anmontierte Spezial Anhängvorrichtung für Schmalspur und Normalspurwagen. Das gabs wirklich! In Denver, Colorado, waren ein Grossteil derAnlagen mit Dreischienengeleisen ausgerüstet. Es existiert eine Photo mit einer Lokomotive mit ähnlicher Vorrichtung!

Halb eingeschoben.

Die Originallampen aus dem Jahr 2000….

Das auf einem 12mm Chromstahlstab aufgezogene Teller. Die zentrale Bohrung am Lampenkörper dient zur Position.

Der “Reflektor” wird sorgfältig ausgedrechselt. Mit selbstgefertigtem Drehstahl.

Das gleiche Verfahren für die “Linsenfassung” der Lampe.

Eine Zwischenstufe…

Die Windschutzhaube….

Der “Brenner” fehlt noch….die Lampe steht auf “gusseisernen” Füssen. Um 1880 herum das einfachste Verfahren Teil herzustellen.

Das “Hinterteil”l wirkt selbst bei dieser kleinen Lok wuchtig….

Nun ist das Heck fertig, noch nicht geölt.

Der nächste Schritt ist die Neubelegung des Kessels ( der Durchmesser wird etwas vergrössert). Die alten Fittings sind entfernt worden. Das tat etwas weh. Noch sieht man die Unebenheiten.

Ein 12mm Chromstahlstab dient als solide Basis für das Überdrehen des Kessels.

Hat gut geklappt……

Hier die schnell improvisierte Belegungsbauform für den nächsten Schritt.

Der Parallelanschlag muss herausklappbar sein.

Der überdrehte Kesseldurchmesser innen (88mm) Der Mantel hat Brutto eine Dicke von 7mm. Nun gilt es den Winkel zu bestimmen den die rund 50 Leisten beiderseits aufweisen müssen. Damit man sie sauber und exakt aufkleben kann.Er beträgt 86° auf die Senkrechte bezogen. Bei einer Breite aussen von 7 mm.

Das Brett wird beim sägen jedesmal längs umgedreht. So erhalte ich Beidseitig den leichten Schrägschnitt von 86°. Eine Unterlage verhindert das hinunterreissen der feinen leiste neben dem Sägeblatt (Unfallgefahr!)

Hier wird ersichtlich wie wichtig der Anschlag ist um die Leisten genau parallel aufzukleben.

Der Winkel scheint zu stimmen!

Erst einmal trocknen lassen……

Inzwischen werden die Drehrohlinge für den Schornstein vorbereitet. Ich verwende dazu verschiedene Hölzerr die mit Epoxidharz fest verbunden werden.

 Sieht noch ruppig aus! 

Der untere Teil des Funkenfängers.

 Der obere Teil besteht aus drei Schichten.

Eine Auswahl der spontan hergestellten Drehstähle….. sie werden immer wieder verändert.

Angedeutetes Sieb.

Der Schornstein erscheint überdimensioniert für eine so kleine Lok.

Den Grund seht ihr Hier:

 

William Mason (der Hersteller der rund 150 Mason Bogies) verwendete mehrmals ein sogenanntes Doppelrohr. Die Funken un Asche wurde durch das Sieb zurückgehalten. Die Partikel fielen in den Raum zwischen Aussenhölle und dem effektifen Schornsteinrohr. Die Asche wurde durch den gut sichtbaren Stutzen entlehrt.

 

 

 

 

 

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