Gulf Mobile & Ohio 4-8-4, semi Streamliner Projekt

Angefangen hat es mit dem Erwerb einer Serie IHC Streamliner low Cost Passengers der G.M&O. Ich finde die Farbgebung der „The Alton Route“ umwerfend! Diesen Luxuszug noch mit Dampf zu betreiben ist eigentlich Unsinn, da die GM&O als erste der grösseren Bahnen voll auf Diesel umstellte (1947). Zu dieser Zeit kam die Verkleidung von Dampfloks schon zünftig aus der Mode. Immerhin, Die Norfolk and Western J 4-8-4 behielten ihre elegante Stromlinienverkleidung bis zum Schluss (1959). Auch die GS 4-8-4 Loks der Southern Pacific trugen die Verkleidung bis 1956. Ich liebe fiktive Vorstellungen. Die GM&O hat wegen Lokmangel einfach eine Lok für einige Zeit ausgeliehen.
Eine günstig erstandenes Santa Fe Messingmodel, eine 4-8-4 mit Rollenlagern von United, brachte mich auf die Idee, ein wenig den berühmten Designern Henry Dreyfuss und Raymond Loewy nach zu eifern…..


Für europäische Verhältnisse ein Riesenkocher! Viel Erfahrung steckte auch im Auswuchten der Antriebsräder. Rund 3000Ps pro Zylinder und die entsprechenden Dimensionen der Kuppelstangen mussten noch bei 160 Km/h annehmbare Laufeigenschaften aufweisen. Wir reden hier auch von 33,6t Achslast! Dienstgewicht 436t, inklusive 26,500 Liter Heizöl und 92700 Liter Wasser im Achtachsigen Tender.
Noch kurz zum Original der Santa Fe, Reihe 2900, Baujahr 1943: Die Loks blieben über die ganze Strecke von Chicago bis Los Angeles vor dem Zug. Die Streckenlänge über Amarillo betrug 2880 Km! Rund 16 mal musste der Wasservorrat im Tender ergänzt werden.

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Eine leichte Patinierung erhöht den Kontrast.
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Die Boxpok Scheibenräder und die Kuppelstangen mit Rollenlagern.

Unüblich für die USA ist die Verblechung der Rauchkammer bei den Santa Fe Loks. Einzig das Ventilgehäuse des Überhitzers ist ausgespart. Der Zylinder beim Kamin ist der Antrieb für das ausfahrbare Kamin.

Fast schon ein halbes Deck eines Frachtschiffes auf dem Rhein.
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Das zähflüssige Öl zum Heizen musste mit Dampf flüssig gemacht werden. Diese Armaturen habe ich ergänzt.
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Das massive Buckeye Drehgestell.
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Der Zusammenbau.

Die Auslegeordnung.
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die übliche Separierung der Kleinteile und die Montageskizzen. Wer weiss nach einem halben Jahr noch, welche Schrauben wo sind!
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Die Einzelachsfederung.
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Das robuste Fahrwerk.
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Die Umbauarbeiten

Das Originalmodell von United (Herstellungsjahr ca.1970) Für mich ein wichtiges Detail. Die sehr störende Rahmenlücke unter der Feuerbüchse. Ein Kompromiss des Herstellers, um kleinere Radien durchfahren zu können.

Hier ist der selbstgebaute Rahmenteil und die (richtige) Lücke zu sehen.

Das bullige Originalgesicht.

Meine Version wirkt doch etwas eleganter. Eine Mischung von Santa Fe und New York Central (Pilot und Druckluftpumpen mit Kühler stammen von einer NYC Niagara).

Ich liebe die Kuppelstangen mit Rollenlagern!

Zuerst die Umänderung des Drehgestells unter der Feuerbüchse. Nicht, weil es nicht so funktionierte, sondern weil ich Platz für den korrigierten Lokrahmen brauchte.

Nun ist das Drehgestell verschraubt (mit M1 Schrauben). Die Achsen können jetzt herausgenommen werden.

Zentrales Bauteil des Umbaus sind die Seitenschürzen. Die 0.5mm Messingplatte wird mit Asphaltlack bestrichen. Nach dem trocknen ritze ich mit einer Nadel die feinen Linien ein. Noch die Rückseite mit Isolierband geschützt, dann geht es in das Eisenchloridbad.

Die fertig geätzten Linien.

Mit der Schablone wird die Kontur mit Filzstift angezeichnet und danach mit feinen Trennscheibchen ausgeschnitten.


Nun kann die Schürze eingepasst werden. Einige Fittings müssen noch etwas abgeschliffen werden, damit es rechtwinklig passt.

Das United Emblem steht wirklich für Qualität dieses grundsoliden Modells, noch produziert in Japan. Ausser den Westsidemodellen, ebenfalls in Japan hergestellt, sind Key- und Hallmarkmodelle aus Korea zwar viel besser detailliert aber doch in einigen Teilen ein Murks und unsauber verarbeitet. Oft auch fahrtechnisch ohne Korrektur mangelhaft.

Hier wurden die Lokpfeife, die Glocke und den Zylinder für das ausfahrbare „Ofenrohr“mit Druckluftleitungen versehen.

Die Schalungsblechverschlüsse dürfen nicht fehlen…..

Beim riesigen Tender habe ich die sichtbaren Fittings (nach SF Plänen) für den Heizölvorwärmer nachbegaut.

Messstäbe, Griffstangen und elektrische Kabel wurden ergänzt.

Auch das Heck erfuhr einige Änderungen.
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Anpassen der IHC Billigtswagen

Das Outfit des Luxuszuges.

Als erstes wird der Drehzapfen zentriert. Unbedingt nötig für die leichten Wagen mit Plastikrädern, die ich auf RP25 reduziert habe. Neues Drehzapfenlager.

Unbedingt die Spurweite in einer Weiche (hier Shinohara Code 70) austesten. Die Achse darf nicht aufklettern oder klemmen.

Die Kadeekupplung einpassen ( Höhe nivelieren).

Über den Drehgestellen wurde je ein Eisengewicht aufgeklebt. Die M2 Schraube (Drehgestellzapfen) wird mit einer Stoppschraube eingestellt und gesichert.

Der Faltenbalg sieht noch einigermassen gut aus für das Billigmodell.